von Norbert Prinz

Was ist so schlimm daran, die Hoffnung zu verlieren?

In vielen Medien und Formaten wird derzeit die Frage gestellt, wie wir angesichts der multiplen Krisen Hoffnung bewahren können. Ich möchte darauf mit der Frage antworten, was so schlimm daran ist, die Hoffnung zu verlieren? Wenn wir Hoffnung verlieren, ist das oft der Punkt an dem Veränderung beginnt, an dem wir ehrlich zu uns selbst sind, falsche Erwartungen und Illusionen loslassen und an dem wir ein tieferes Verständnis von uns und der Welt entwickeln können. Ist es nicht das worauf es eigentlich ankommt? Hoffnung bindet uns an das System, welches unsere Lebensgrundlagen zerstört und welches wir doch eigentlich überwinden möchten. Doch, wollen wir das wirklich? Die Antwort auf die Frage, was so schlimm daran ist, die Hoffnung zu verlieren offenbart unser wirkliches Menschen- und Weltbild und reißt uns die Maske des Gut-Gemeinten herunter. Glauben wir wirklich daran, dass Veränderung noch möglich ist? Sind wir bereit für einen wirklich tiefgreifenden Wandel oder wollen wir uns heimlich einfach nur etwas besser fühlen und haben es uns eigentlich ganz behaglich im status quo eingerichtet? Ist Hoffnung also nicht schon längst zu einem Teil der Verdrängung geworden und dient uns als „Hopium“ zur eigenen Beruhigung und Aufrechterhaltung der Normalitätssimulation?

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